13.04.2011

Banken im Stress



Europas Banker können einem bald schon leidtun. Nicht nur, dass sie ja entsprechend den meisten Lokalpolitikern ohnehin an der Finanzkrise schuld sind. (Insbesondere Österreichs Politik ist in dieser Sache ganz sicher).

Die Kapitalbasis der Banken wird heftig diskutiert - wobei man nicht sicher ist, was diese Diskussion bewirken soll - da ja die meisten nach wie vor das Problem toxischer Assets in ihren Büchern haben und diesem Problem gar nicht direkt begegnet wird, sondern einfach permanent der feuchte und kühlende Regen der „Notenbank-Milliarden“ darüber gegossen wird. „Fukushima-Kühlung“ á la Brüssel. Das Ziel ist nach wie vor, die daraus resultierenden Gewinne rasch in Eigenkapital zu wandeln und somit die künftigen Kapitalerfordernisse zu erreichen.

Wer braucht da noch Stresstests? Es wird ja ohnehin schon längst an der Kapitalisierung der Banken gearbeitet und dass alle Geld und Kapital brauchen, ist doch keine Erkenntnis von vorgestern. Wieso die toxischen Assets nicht einfach vor den Vorhang stellen und die damit verbundenen Probleme adressieren? Damit würden auch einige bisher offene Fragen schnell geklärt und man erspart sich das monate- bis jahrelange Warten auf Erholung eines Sektors, in dem es laut Experten ohnehin viel zu viele Player gibt.

Ökonomischer Durchläufer

Gleichzeitig nimmt man den Banken oder vielmehr deren Kunden die Chance auf Erholung, weil man mit derselben Hand, die gnädig die Milliarden aus dem Füllhorn leert, die Forderung nach Bankensteuer und Wertpapier-KESt unterschreibt. Was bleibt, ist ein reiner Zeitkredit, der sich bereits dem Ende nähert. Ergänzt wird dies mit globalem Bankenchauvinismus. Jeder schützt seine Banken. Und manche gehen dabei ziemlich weit.

Die USA sind ja nicht gerade für Zimperlichkeit bekannt. Auch im Bankensektor bestätigen sie dieses Image. Während sich Europas Banken am US-amerikanischen Kontinent zunehmendem Prohibitionismus gegenübersehen, werden ihre US-Pendents in Europa nach wie vor hofiert. Ob Kapitaltransaktionen oder Kreditvergaben der öffentlichen Hand, Europas Banken stehen oft in der zweiten Reihe.

Die Forderung nach Prospekten in der Heimatsprache der jeweiligen Börse, vergiss es. Englisch, sonst nichts. Lokale Investoren bevorzugen? Lachhaft. Warum auch etwas ändern, wenn keiner da ist, der es unterbindet?

Die Amag ist ein perfektes Beispiel für den aktuellen Mismatch. Ein lokaler Player, in einem lokalen Markt von einem US-Private Equity Fund ausgepresst, dann - weil sich kein anderer Investor fand - von dessen Mutterbank (Compliance who cares) an die Börse verkauft, mit einer lachhaften Beteiligung österreichischer Banken (5% Erste Group, 10% RCB) als Maske ergänzt, schnell in den Markt gedrückt und … fallengelassen.

Who cares? Sollen sich doch jetzt die lokalen Banken und Kunden um ihre Firmen kümmern. Der Schnitt im IPO ist gemacht, der Rest interessiert nicht.

Das nächste „Opfer“ wartet ja schon. Isovoltaic wird von zwei US-Häusern
und einer global agierenden Schweizer Bank neben einer österreichischen Bank an die Börse gebracht. Gratulation.

Es ist schon klar, dass im aktuellen Umfeld Banken einen schweren Stand haben und es sich wohl auch nicht mehr leisten können, Emissionen nach dem
Börsengang intensiver zu behandeln als in den letzten Jahren. Was Europas Banken aber scheinbar noch immer nicht begriffen haben, ist, sich daher im Vorfeld solcher Transaktionen stärker mit den Kunden zu beschäftigen und diese tiefer in die Transaktion zu integrieren, damit eben der Kurs nicht sofort nach dem IPO abstürzt. Mit der derzeitigen Passivität nach Emissionen bleiben sonst einzig Kunden übrig, deren Interesse ein fallender Kurs ist. Und die sind, erraten, überwiegend US-lastig.



13.04.2011

Banken im Stress



Europas Banker können einem bald schon leidtun. Nicht nur, dass sie ja entsprechend den meisten Lokalpolitikern ohnehin an der Finanzkrise schuld sind. (Insbesondere Österreichs Politik ist in dieser Sache ganz sicher).

Die Kapitalbasis der Banken wird heftig diskutiert - wobei man nicht sicher ist, was diese Diskussion bewirken soll - da ja die meisten nach wie vor das Problem toxischer Assets in ihren Büchern haben und diesem Problem gar nicht direkt begegnet wird, sondern einfach permanent der feuchte und kühlende Regen der „Notenbank-Milliarden“ darüber gegossen wird. „Fukushima-Kühlung“ á la Brüssel. Das Ziel ist nach wie vor, die daraus resultierenden Gewinne rasch in Eigenkapital zu wandeln und somit die künftigen Kapitalerfordernisse zu erreichen.

Wer braucht da noch Stresstests? Es wird ja ohnehin schon längst an der Kapitalisierung der Banken gearbeitet und dass alle Geld und Kapital brauchen, ist doch keine Erkenntnis von vorgestern. Wieso die toxischen Assets nicht einfach vor den Vorhang stellen und die damit verbundenen Probleme adressieren? Damit würden auch einige bisher offene Fragen schnell geklärt und man erspart sich das monate- bis jahrelange Warten auf Erholung eines Sektors, in dem es laut Experten ohnehin viel zu viele Player gibt.

Ökonomischer Durchläufer

Gleichzeitig nimmt man den Banken oder vielmehr deren Kunden die Chance auf Erholung, weil man mit derselben Hand, die gnädig die Milliarden aus dem Füllhorn leert, die Forderung nach Bankensteuer und Wertpapier-KESt unterschreibt. Was bleibt, ist ein reiner Zeitkredit, der sich bereits dem Ende nähert. Ergänzt wird dies mit globalem Bankenchauvinismus. Jeder schützt seine Banken. Und manche gehen dabei ziemlich weit.

Die USA sind ja nicht gerade für Zimperlichkeit bekannt. Auch im Bankensektor bestätigen sie dieses Image. Während sich Europas Banken am US-amerikanischen Kontinent zunehmendem Prohibitionismus gegenübersehen, werden ihre US-Pendents in Europa nach wie vor hofiert. Ob Kapitaltransaktionen oder Kreditvergaben der öffentlichen Hand, Europas Banken stehen oft in der zweiten Reihe.

Die Forderung nach Prospekten in der Heimatsprache der jeweiligen Börse, vergiss es. Englisch, sonst nichts. Lokale Investoren bevorzugen? Lachhaft. Warum auch etwas ändern, wenn keiner da ist, der es unterbindet?

Die Amag ist ein perfektes Beispiel für den aktuellen Mismatch. Ein lokaler Player, in einem lokalen Markt von einem US-Private Equity Fund ausgepresst, dann - weil sich kein anderer Investor fand - von dessen Mutterbank (Compliance who cares) an die Börse verkauft, mit einer lachhaften Beteiligung österreichischer Banken (5% Erste Group, 10% RCB) als Maske ergänzt, schnell in den Markt gedrückt und … fallengelassen.

Who cares? Sollen sich doch jetzt die lokalen Banken und Kunden um ihre Firmen kümmern. Der Schnitt im IPO ist gemacht, der Rest interessiert nicht.

Das nächste „Opfer“ wartet ja schon. Isovoltaic wird von zwei US-Häusern
und einer global agierenden Schweizer Bank neben einer österreichischen Bank an die Börse gebracht. Gratulation.

Es ist schon klar, dass im aktuellen Umfeld Banken einen schweren Stand haben und es sich wohl auch nicht mehr leisten können, Emissionen nach dem
Börsengang intensiver zu behandeln als in den letzten Jahren. Was Europas Banken aber scheinbar noch immer nicht begriffen haben, ist, sich daher im Vorfeld solcher Transaktionen stärker mit den Kunden zu beschäftigen und diese tiefer in die Transaktion zu integrieren, damit eben der Kurs nicht sofort nach dem IPO abstürzt. Mit der derzeitigen Passivität nach Emissionen bleiben sonst einzig Kunden übrig, deren Interesse ein fallender Kurs ist. Und die sind, erraten, überwiegend US-lastig.