23.07.2018

Wer bastelt mit



So liebe Kinder, es ist wieder so weit. Wir basteln etwas Feines. Heute wollen wir sehen, ob wir eine Rezession zusammen bringen. Und als Gast haben wir den lieben Onkel Donald aus der Heimat von Mickey Maus bei uns. Er will uns zeigen wie so etwas am einfachsten geht.

Also, zuerst nimmt man einfach irgendwelche Feindbilder, am besten von weit weg wenn man keine Minderheiten zur Hand hat. Dann sagt man, dass die einfach an Allem Schuld sind. Nicht alles auf einmal, sondern immer dann, wenn es zu langweilig wird, oder man Gefahr läuft ausgelacht zu werden weil man dermaßen falsch liegt, muss man wieder irgendetwas anderes sagen, damit man nicht ausgelacht wird. Wenn man dann genug Verwirrung gestiftet hat, bringt man noch den Schutz des eigenen Landes ins Spiel, und da glauben einem sowieso Alle, dass man die Wahrheit sagt. Am Ende kehrt man den eigenen Scherbenhaufen so zusammen, dass wieder die Anderen dran schuld sind, und schon traut sich keiner mehr investieren, ist die halbe Welt spinnefeind oder einfach nur extrem vorsichtig und lässt sich niemand mehr auf ein Versprechen ein. Super. So einfach ist das. Und wenn dann die Rezession kommt, gibt es eine andere Methode, wie man wieder aus der herauskommt. Man nennt das Gelddrucken. Aber das erzählt uns Onkel Donald dann das nächste Mal, wenn er die Notenbank im Rucksack zu uns mitbringt.

Sorry für die Verkindlichung, ich wollte wirklich keine Kinder und Jugendlichen beleidigen, aber wirkt die aktuelle Tages-Weltpolitik nicht immer mehr wie ein riesiges Kasperltheater? Geschweige denn Verhöhnung jeder Sachlogik? Ein verbales Ablenkungsmanöver jagt mittlerweile das andere. Wir sind auf einem Niveau angekommen, das den ökonomischen Blick komplett ausblendet. Man meint die wahre Intention zu erkennen, pure und permanente Ablenkung. Interessant und von vielen (Psychologen(!) vorausgesagt, werden die Verbalattacken immer heftiger und immer polarisierender. Inzwischen sind es nicht mehr einzelne Sektoren oder Branchen, sondern ganze Kontinente, Notenbanken und Währungsgefüge, die für den Heimatschutz via Twitter herhalten müssen. Da helfen keine Analysen oder Ableitungen. Da ist es egal, dass international geachtete Wirtschaftsanalysten beispielsweise den Effekt der Zölle auf Stahl und Aluminium auf die US-Wirtschaft mehrfach geprüft haben. Das Ergebnis liegt auf der Hand: 33.000 neue Jobs in Stahl und Aluminium Erzeugung - 37.000 Jobs verliert man in der Verarbeitung und 142.000 in der nachgelagerten Serviceindustrie. Mit einem Faktor von 6,5 schlägt das Pendel gegen die eigene Wirtschaft! Und jedem internationalen Konzern wird immer klarer, dass Investments in USA inzwischen zusätzliche Risiken bilden, nämlich jene, nicht mehr gleich behandelt zu werden. Kein Wunder, dass diese Investitionen immer spärlicher tröpfeln. Einem Land, das vom Zufluss externer Gelder lebt, siehe Handelsbilanzdefizit, kann man da nur mehr viel Glück wünschen.

Mittlerweile sind wir in der nächsten Phase angelangt, jener, in der China die bewusste Abwertung des Yuan unterstellt wird, die US Notenbank via Twitter erfährt, wie die nächsten Zinsmaßnahmen auszusehen haben und uns die eine oder andere Preisvorstellung globaler Rohstoffe mitgeteilt wird. Ich kannte Jemanden, der sich immer in intensiven Besprechungen, um den Präsentationsfluss nicht zu stören, via SMS an seine Assistentin den nächsten Espresso oder Keks-Nachschub bestellte.

Ich erkenne da inzwischen kaum mehr einen Unterschied zur „ich will …“ Politik via Twitter. Geht es daher noch um Politik, oder nur mehr um einen „Polit-Espresso“?



23.07.2018

Wer bastelt mit



So liebe Kinder, es ist wieder so weit. Wir basteln etwas Feines. Heute wollen wir sehen, ob wir eine Rezession zusammen bringen. Und als Gast haben wir den lieben Onkel Donald aus der Heimat von Mickey Maus bei uns. Er will uns zeigen wie so etwas am einfachsten geht.

Also, zuerst nimmt man einfach irgendwelche Feindbilder, am besten von weit weg wenn man keine Minderheiten zur Hand hat. Dann sagt man, dass die einfach an Allem Schuld sind. Nicht alles auf einmal, sondern immer dann, wenn es zu langweilig wird, oder man Gefahr läuft ausgelacht zu werden weil man dermaßen falsch liegt, muss man wieder irgendetwas anderes sagen, damit man nicht ausgelacht wird. Wenn man dann genug Verwirrung gestiftet hat, bringt man noch den Schutz des eigenen Landes ins Spiel, und da glauben einem sowieso Alle, dass man die Wahrheit sagt. Am Ende kehrt man den eigenen Scherbenhaufen so zusammen, dass wieder die Anderen dran schuld sind, und schon traut sich keiner mehr investieren, ist die halbe Welt spinnefeind oder einfach nur extrem vorsichtig und lässt sich niemand mehr auf ein Versprechen ein. Super. So einfach ist das. Und wenn dann die Rezession kommt, gibt es eine andere Methode, wie man wieder aus der herauskommt. Man nennt das Gelddrucken. Aber das erzählt uns Onkel Donald dann das nächste Mal, wenn er die Notenbank im Rucksack zu uns mitbringt.

Sorry für die Verkindlichung, ich wollte wirklich keine Kinder und Jugendlichen beleidigen, aber wirkt die aktuelle Tages-Weltpolitik nicht immer mehr wie ein riesiges Kasperltheater? Geschweige denn Verhöhnung jeder Sachlogik? Ein verbales Ablenkungsmanöver jagt mittlerweile das andere. Wir sind auf einem Niveau angekommen, das den ökonomischen Blick komplett ausblendet. Man meint die wahre Intention zu erkennen, pure und permanente Ablenkung. Interessant und von vielen (Psychologen(!) vorausgesagt, werden die Verbalattacken immer heftiger und immer polarisierender. Inzwischen sind es nicht mehr einzelne Sektoren oder Branchen, sondern ganze Kontinente, Notenbanken und Währungsgefüge, die für den Heimatschutz via Twitter herhalten müssen. Da helfen keine Analysen oder Ableitungen. Da ist es egal, dass international geachtete Wirtschaftsanalysten beispielsweise den Effekt der Zölle auf Stahl und Aluminium auf die US-Wirtschaft mehrfach geprüft haben. Das Ergebnis liegt auf der Hand: 33.000 neue Jobs in Stahl und Aluminium Erzeugung - 37.000 Jobs verliert man in der Verarbeitung und 142.000 in der nachgelagerten Serviceindustrie. Mit einem Faktor von 6,5 schlägt das Pendel gegen die eigene Wirtschaft! Und jedem internationalen Konzern wird immer klarer, dass Investments in USA inzwischen zusätzliche Risiken bilden, nämlich jene, nicht mehr gleich behandelt zu werden. Kein Wunder, dass diese Investitionen immer spärlicher tröpfeln. Einem Land, das vom Zufluss externer Gelder lebt, siehe Handelsbilanzdefizit, kann man da nur mehr viel Glück wünschen.

Mittlerweile sind wir in der nächsten Phase angelangt, jener, in der China die bewusste Abwertung des Yuan unterstellt wird, die US Notenbank via Twitter erfährt, wie die nächsten Zinsmaßnahmen auszusehen haben und uns die eine oder andere Preisvorstellung globaler Rohstoffe mitgeteilt wird. Ich kannte Jemanden, der sich immer in intensiven Besprechungen, um den Präsentationsfluss nicht zu stören, via SMS an seine Assistentin den nächsten Espresso oder Keks-Nachschub bestellte.

Ich erkenne da inzwischen kaum mehr einen Unterschied zur „ich will …“ Politik via Twitter. Geht es daher noch um Politik, oder nur mehr um einen „Polit-Espresso“?